Ältere Beschäftigte als Innovationsexperten
bei der Bewältigung des Unplanbaren

Konzeptuelle Grundlagen

Ältere Beschäftigte sind oft als Gruppe mit Defiziten und Schwächen gekennzeichnet worden. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch ein differenzierteres Bild. Den häufig genannten Schwächen wie verringerte Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, Umstellungsschwierigkeiten in neuartigen kognitiven Situationen und abnehmender Differenzierungsgrad der Wahrnehmung stehen besondere Stärken gegenüber. Diese Stärken umfassen ein über Gesellschaft und Kultur vermitteltes allgemeines Wissen, bereichsspezifisches Faktenwissen („Gewusst was“) und Strategiewissen („Gewusst wie“) sowie gut geordnete und leicht abrufbare Wissenssysteme. Die besonderen Stärken älterer Beschäftigter im Umgang mit unplanbaren Situationen werden allerdings bisher kaum beachtet. Hier setzt das Projekt IBU an und bezieht sich in seinen Arbeiten auf konzeptuelle Grundlagen, zu denen die beteiligten wissenschaftlichen Institute einschlägige Beiträge geleistet haben.

  • Grenzen der Planung: Zunehmend wird sichtbar, dass die Planung von Arbeitsprozessen auf Grenzen stößt. Erfolgreiche Innovationsprozesse hängen von angemessenen Gestaltungsspielräumen ab. Deshalb geht es darum, die Potenziale offener Innovationsprozesse zu entfalten.
  • Erfahrungsgeleitetes Handeln und informelle Kooperation: Moderne Arbeitsabläufe sind immer häufiger durch Situationen der Ungewissheit gekennzeichnet. Damit steigt die Bedeutung des impliziten Erfahrungswissens und der informellen Kooperations- und Kommunikationsprozesse bei der Bewältigung der konkreten Arbeitssituationen.
  • Verteilte Arbeitsprozesse und Projektarbeit: Arbeit wird mehr und mehr grenzüberschreitend entlang von Wertschöpfungsketten neu strukturiert. In fach- und unternehmensübergreifenden Projekten werden neben dem fachlichen Wissen solche Kompetenzen immer wichtiger, die dazu befähigen, unterschiedliche Interessen, Konflikte und kulturelle Unterschiede für gemeinsame Projektziele nutzbar zu machen.
  • Erweiterte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung: Bei der Untersuchung der Wirtschaftlichkeit von Innovationsprozessen stehen die Innovationseffekte und die Innovationsarbeit im Mittelpunkt. Genauer erfasst werden die Beiträge älterer Beschäftigter zu Innovationsprozessen auf der Grundlage spezifischer Ausprägungen von Gespür, Neugier und Risikobereitschaft.